Satellitentelefone

Ein Satellitentelefon stellt die Verbindung für Daten oder Gespräche über einen Satelliten her. So kann man auch in Gebieten mobil telefonieren, in denen eine Mobilfunk-Versorgung nicht gewährleistet ist. Die Verbindung zum Telefon erfolgt dabei via Funk direkt zu einem Satellit. Der Satellit wiederum leitet den ankommenden Anruf weiter an eine Funkstelle auf der Erde. Diese speist das Gespräch dann in das öffentliche Telefonnetz ein.
Bereits Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Satelliten zur Kommunikation verwendet, vor allem über weite Strecken. Doch erst ab 1982 gab es mobile Endgeräte für die Satellitenkommunikation, diese wurden vorwiegend in der Schifffahrt eingesetzt. Erst 1989 gab es dann erste Geräte zur Verwendung an Land – das Satellitentelefon.
Nach und nach wurden Netze mit Satelliten auf niedrigen Umlaufbahnen etabliert. Dadurch verringerte sich die Entfernung zwischen Telefon und Satellit erheblich und somit auch die Sendeleistung im Telefon. So schrumpfte das Satellitentelefon auf die ungefähre Größe der heutigen Mobiltelefone. Doch trotzdem konnte sich das Satellitentelefon nicht flächendeckend etablieren und schaffte es nicht, eine Konkurenz zum Mobiltelefon, dem Handy, zu werden. Gründe dafür sind die hohen Anschaffungskosten, die für ein Satellitentelefon anfallen und die enormen Verbindungsgebühren. Zum anderen erfordert die Kommunikation via Satellit komplett andere Rahmenbedingungen, als mit einem Mobiltelefon. So benötigt man beispielsweise für die Satellitenkommunikation immer freie Sicht zum Himmel und kann nicht in geschlossenen Gebäuden telefonieren.
Doch auf der anderen Seite gibt es auch Menschen, die sich ihren Alltag ohne ein solches Satellitentelefon nicht mehr vorstellen können. Der größte Vorteil eines Satellitentelefons besteht darin, dass man nahezu überall auf der Welt damit kommunizieren kann. Vor allem für Menschen, die sich häufig im Ausland aufhalten, haben Satellitentelefone einen großen Vorteil. In den Dritte-Welt-Ländern beispielsweise gibt es kein einwandfrei funktionierendes Mobilfunk-Netz. Mit einem Satellitentelefon kann man aber dennoch problemlos telefonieren, über Internet und E-Mail und andere Daten versenden. Auch auf See (Seeschifffahrt, Kreuzfahrtschiffen, Sportbooten und Yachten) funktionieren Satellitentelefone problemlos. Ein weiterer Vorteil im Ausland besteht darin, dass das Telefonieren via Satellit oft preiswerter ist, als das Hoteltelefon zu nutzen oder Auslandsgespräche über das eigene Mobiltelefon zu führen.
Auch für bestimmte Berufsgruppen sind Satellitentelefone von Vorteil. Journalisten beispielsweise, die in Krisengebiete reisen, um zum Beispiel über Naturkatastrophen zu berichten, finden vor Ort meist ein zerstörtes Mobilfunk-Netz vor. Doch mit dem Satellitentelefon können sie ohne Probleme mit ihren Auftraggebern oder Familien telefonieren. Mit einem Satellitentelefon entgeht man außerdem der Gefahr, über das Fest- oder UMTS-/GMS-Netz abgehört zu werden. So kann man auch brisante Informationen bedenkenlos am Telefon austauschen, denn sie gelten als abhörsicher.
Doch auch für Forscher bietet ein Satellitentelefon viele Vorteile. Neben der Erreichbarkeit an nahezu allen Plätzen der Welt, stellt das Satellitentelefon auch ein großes Sicherheitsmerkmal da. So kann man beispielsweise, wenn man in Gefahr geraten ist, eine Notruf-SMS mit GPS-Position absenden und kann so relativ einfach gefunden werden. Aber auch wenn man sich verirrt hat und den richtigen Weg nicht wiederfindet, kann das Senden der GPS-Position hilfreich sein. So kann der Empfänger einem beispielsweise den richtigen Weg mitteilen, ohne dass man umständlich anhand diverser Streckenmerkmale seine Position zu beschreiben versuchen muss.
Fazit: Für den alltäglichen Gebrauch ist ein Satellitentelefon nur bedingt geeignet. Doch im Ausland, in der Schifffahrt oder in Ausnahmesituationen bietet es enorme Vorteile.
Kommerziell betrieben werden folgende Satellitensysteme: Globalstar, Iridium, Thuraya, ACeS und Inmarsat, die im Weiteren hier vorgestellt werden.
