Informationen rund ums Thema Satellitentelefone

Internet und E-Mail über Satellitentelefon

Satellitentelefone sind in Zeiten von Handys und Smartphones fast so etwas wie ein Dinosaurier der mobilen Telekommunikationsmittel. Dennoch haben Sie eine Daseinsberechtigung. Denn ihre Verbindungstechnologie ist eine andere als die von Handys, wodurch ein Einsatz in abgelegenen Gebieten und bei Zusammenbruch von Mobilnetzen möglich ist. Moderne Satellitentelefonnetze verfügen inzwischen sogar über die technischen Voraussetzungen, E-Mails zu versenden und im Internet zu surfen.

Verbindung über Satelliten

Satellitentelefone nutzen kein normales Funknetz, sondern eins der Satellitennetze von Anbietern wie Immarsat, Globalstar oder Iridium. Dabei werden vom Telefon Impulse an den Satelliten gesendet, der diese erst an einen weiteren Satelliten oder direkt an eine sogenannte Erdfunkstelle weiterleitet. Von dort aus wird das Signal in das normale Telefon- oder Mobilfunknetz eingespeist. Um das Gespräch in das Zielnetz zu führen, ist jedoch eine bestimmte Einwahlnummer notwendig.

Der besondere Vorteil des Satellitennetzes ist, dass dieses fast weltweit erreichbar ist und so Gespräche vom aktuellen Standpunkt aus in nahezu alle Länder der Erde geführt oder von allen Gegenden aus Seiten im Internet auf- oder E-Mails abgerufen werden können. Ein Gespräch zwischen zwei Satellitentelefonen kommt in den meisten Netzen sogar ohne Einwahl in eine Bodenstation aus.




Datenübertragung: SMS, E-Mail und Internet

Die Betreiber moderner Satellitentelefonnetze haben eine Technik entwickelt, mit der sie auch Daten via Satellit übertragen können. Grundlage ist eine Abwandlung des GSM-Systems, das für Mobilnetze genutzt wird. Mit der Satellitentechnik sind inzwischen ähnliche Funktionen möglich wie im Mobilfunknetz. Damit sind SMS, E-Mail und Internet per Satellitentelefone möglich und immer mehr Standard auch bei Satellitentelefonen.

Dabei werden sogar ansehnliche Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung erreicht, die abhängig vom Satellitentelefonnetz und von Endgerät aktuell bis zu etwa 432 kbps betragen. Es gibt aber eine Einschränkung: Die maximalen Geschwindigkeiten erfordern in der Regel eine Zusatzantenne, ohne die der Datenaustausch auf ISDN-Niveau oder darunter sinkt. Dennoch ist es mit diesem System selbst dann möglich, eine E-Mail zu senden oder das Internet aufzurufen, wenn sich der Nutzer im Dschungel, einer Wüste oder offener See befindet.

Kosten für Satellitentelefone mit E-Mail und Internet

Satellitentelefone sind relativ teuer in der Anschaffung und im Unterhalt. Tarife mit Monatsgebühren lohnen sich nur in wenigen Fällen, wenn zum Beispiel eine Person auf Weltreise oder länger in entlegenen Gegenden unterwegs ist und es sonst keine Möglichkeit zur Telekommunikation gibt. Auch die Vertragskosten sind sehr groß, sodass viele Satellitentelefone mit einer Prepaidkarte genutzt werden. Damit sind dann E-Mail und Internet begrenzt, da die Datenübertragung in fast allen Netzen zusätzliche Kosten verursacht. Auch die Einwahl in Mobilfunk- und Festnetze kostet Gebühren. Für Gespräche sind Minutenpreise von 60 bis 80 Cent üblich.

In einigen Fällen können Satellitentelefone aber dennoch günstiger sein als Handytarife. Das gilt beispielsweise bei grenzübergreifenden Anrufen, da hier die Roamingkosten entfallen. Die meisten Betreiber von Satellitennetzen haben außerdem Datenflatrates und Komprimierungssysteme im Angebot, sodass auch Anwendungen im Internet über Satellitentelefone attraktiver werden. Nicht zuletzt spricht trotz der großen Kosten in einigen Fällen viel für diese Lösungen. Denn Internet und E-Mail sind aus einigen Gebieten der Erde ausschließlich über Satellitentelefonen möglich.

Internetsperre umgehen

Bei der Internetnutzung über ein Satellitentelefon greift keine Internetsperre, die durch die Regierung eines Landes, ob nun vollständig oder nur von einzelnen Internetseiten, eingerichtet wurde.